Polarwolf

Inge Sielmann: „Hier hätte sich auch mein Mann sehr wohl gefühlt“

EZ 07.09.2012

Es war „Liebe auf den ersten Blick“, gesteht Inge Sielmann. Im Jahr 2007, als die gebürtige Hamburgerin und Wahl-Münchnerin zurück an die Ostsee kam, sei ihr sofort klar gewesen, am richtigen Ort zu sein. „Hier hätte sich auch mein Mann sehr wohl gefühlt und das Festival mit großer Freude begleitet“, ist Inge Sielmann überzeugt, denn auch er, der die ganze Welt bereits hat, liebte die Ostsee. „Mit dieser Freude komme ich hierher“, erklärte sie weiter. In den sechs Green-Screen-Jahren hätten sich intensive Bindungen ergeben, fast Freundschaften, „es ist alles so vertraut“. Inge Sielmann, die in diesem Jahr ihren 82. Geburtstag feierte und sich gerade von den Folgen eines Sturzes erholt, sieht sich in ihrer Bescheidenheit als „Gast, der teilnehmen darf“. Sie lobte die hohe Qualität des Festivals, die Herzlichkeit der Menschen und die einzigartige Atmosphäre in der Stadt. Sehr angerührt habe sie die Äußerung einer Eckernförderin nach Festivalende: „Die Stadt ist so leer, Ihr seid alle weg“.
Auf Engste verbunden mit Green Screen ist von Beginn an auch Dieter Hoese. Der Münchner hat Heinz Sielmann über zwanzig Jahre lang auf seinen Expeditionen begleitet und mit ihm eine regelrechte „Männerfreundschaft“ gepflegt, wie Inge Sielmann sagte. Nur in besonderen Momenten lasse er ein wenig davon anklingen. Dieter Hoese hat sich des Filmnachwuchses angenommen und leitet mit tatkräftiger pädagogischer und biologischer Unterstützung die einwöchigen Filmcamps im Wildpark Eekholt. Die Jugendlichen – 12 bis 17 Jahre – seien „vom Ehrgeiz getrieben“, arbeiteten akribisch an ihren Filmen und würden „tolle Leistungen“ vollbringen. Die Jugendlichen lernten dank der Handy-freien Zone im Wildpark auch die „entschleunigte Zeit“ zu schätzen und entwickelten ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Hoese hat in der kurzen Zeit positive Veränderungen bei den Jugendlichen wahrgenommen und sei darauf auch von den Eltern angesprochen worden. Diesen erfolgreichen Weg wolle man weitergehen, sagte Dieter Hoese. Fortgeschrittenen Jungfilmern sollen nun eventuell weiterführende Filmangebote auch im Raum Eckernförde gemacht werden. Zudem denke man daran, auch Kurse für filminteressierte Senioren anzubieten.
Neu im Green-Screen-Helferteam ist Prof. Dr. Heike Jüngst. Die Studiengangsleiterin „Fachübersetzen“ an der Fachhochschule Würzburg hat sich aufgrund eines Radioberichts in die ehrenamtliche Festivalarbeit gestürzt und übersetzt die Workshops für die ausländischen Teilnehmer ins Englische. Green Screen sei ein „ganz außergewöhnliches Festival“, dem sie nun ihren Urlaub schenkt.
gk